So soll es sein, so kann es bleiben...

...so hab ich es mir gewünscht (Ich und Ich)! Unzählige Male hab ich diesen Song in den vergangenen Wochen im Radio gehört und mir dabei meinen Zieleinlauf beim Ironman in England vorgestellt. An einem wirklich perfekten Tag wären sich zwar vielleicht auch noch die fehlenden 10min auf Platz 2 ausgegangen, aber wer oder was ist schon perfekt. Doch mein Rennen am Sonntag kam dem Ganzen schon sehr nahe: Mit Platz 5 meine beste Ironman Platzierung, trotz extrem schwierigem Gelände mein bislang schnellster Marathon und zur Belohnung die Quali für Hawaii als Profi!!

Begonnen hat alles am Sonntag um 6.00 Uhr Früh im noch nicht mit Tageslicht beleuchteten Schlossteich von Sherborne Castle. Wassertemperatur 16 Grad, Lufttemperatur eiskalt, aber dafür kein Regen. Mit 20min Verspätung (einziges Manko der Veranstaltung) machte ich mich auf zu einem langen, aber von Anfang an super laufenden Tag! Von Beginn weg konnte ich mein eigenes Tempo schwimmen und nach 54min im Vorderfeld das Wasser verlassen. In der Wechselzone meldeten sich durch die Kälte dann schon die ersten Krämpfe, weshalb ich mich auch sofort warm anzog, was sich am Rad auszahlen sollte. Neben den vielen Höhenmetern auf folgenden 180km machte uns dann auch noch starker Wind das Leben schwer, doch das sollte mich nicht davon abhalten mich immer nach vor zu orientieren. Nach beinahe 6 Std auf dem Rad (wow!) gings ab auf die Laufstrecke, oder so ähnlich. Zu laufen galt es 3 Runden a 14km, doch als ich die ersten beiden Kilometer auf matschiger Wiese hinter mich gebracht hatte, und sah wo es weiterging, war ich zunächst ein wenig geschockt. Endlose scheinende Anstiege über Stock und Stein, Waldwege welche durch den vielen Regen der Vortage nur noch aus Schlamm bestanden und ein ewiges Zick Zack durch die Stadt kamen auf mich zu. Doch irgendwie machte das nach einer Weile so richtig Spaß und ich ließ nicht locker, im Gegenteil, je länger das Rennen dauerte desto leichter viel mir das Laufen und dabei fühlte ich mich zum ersten Mal bei einem Ironman echt stark! Und als ich es dann nach 10.35 Std. endlich geschafft hatte, konnte ich mich gemeinsam mit meinem Trainer (der 10min vor mir ins Ziel lief) über ein gelungenes und erfolgreiches Rennen freun!!

Die nächsten Tage gelten jetzt erst einmal der Regeneration. Danach stehen Reise organisieren, auf das Rennen vorbereiten und sehr bald dann auch schon wieder der Abflug nach Kona auf dem Plan! Noch ist die Saison also noch nicht vorbei, und von mir aus kann sie auch gerne so weiter gehen :-)