Tolle Erlebnisse trotz DNF beim Ironman in Regensburg

Rauschendorfer.de
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Der Ironman in Regensburg scheint mir offensichtlich kein Glück zu bringen. Bereits zum zweiten Mal reihe ich mich mit einem DNF in der Ergebnisliste ein. Doch diesmal hat alles super begonnen, lange konnte ich um die Führung mitkämpfen und diese Erlebnisse waren einfach beeindrucken!!

Alles begann, wie es beginnen sollte, die Vorbereitungen waren perfekt. Der Start ins Rennen am Sonntag um 7.00 in der Früh lies einen super Tag für mich erahnen. Die Wettervorhersagen waren gut und die Top Favoriten war die 4.Platzierte vom Tri Star am Attersee 2. Wochen zuvor. Ich durfte mir somit berechtigt Hoffnungen auf einen Spitzenplatz ausrechnen!

 

Bedacht ging ich das Rennen an. Der Start war sehr entspannend, keine Schlägereien die Schwimmstrecke sehr übersichtlich mit Bojen markiert. Nach knapp über 53min stieg ich gemeinsam mit Heidi Sessener und einer AK Athletin aus dem Wasser und verlies die Wechselzone hinter Heidi als 2. Nach etwa 10km am Rad hatte ich wieder auf Heidi aufgeschlossen und jetzt nutzte ich die einmalige Gelegenheit, ich überholte sie und setzte mich somit zum ersten Mal in meinem Leben an die Spitze eines Ironman Bewerbes.

Es war überwältigend. Die Zuschauer feuerten mich an, das Fernsehen fuhr neben mir her und alles lief einfach super.

 

Irgendwann übernahm Heidi schließlich wieder die Führung und wie bereits beim Tri Star am Attersee lieferten wir uns auf den restlichen Radkilometern ein einsames faires Rennen. Wir dominierten den Bewerb, echt cool :-) 

Zum Vergrößern auf das Bild klicken!
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Letztendlich wollte ich mich am Rad noch nicht zu sehr verausgaben und  nahm auf den letzten Kilometern nochmal etwas Tempo raus. Die sehr genau vermessenen 180 Radkilomter beendete ich letztlich nicht ganz 3 Minuten hinter der Führenden Dame!

 

Die ersten Meter zu Fuß durch die Wechselzone fühlten sich einwandfrei an. Rein in die Laufschuhe und ab auf die Laufstrecke. Wow!!! So viele Zuschauer und alle feuerten mich an, die zweite Dame :-) So coool!

 

Meine Radbegleitung war etwas übermotiviert, alle paar Meter rief er den Zuschauern zu "hier kommt die 2. Frau, hier kommt die 2. Frau..." :-) etwas nervig, aber es hatte schon was!

 

Die ersten 10km liefen ganz gut, doch was schon lange nicht mehr möglich war, war essen. Meine Gels hatte ich schon entsorgt und das was ich bisher zu mir nahm, war nicht unbedingt viel, doch meine Magen hatte einfach keine Lust mehr darauf. Und so nach und nach meldeten sich auch meine Oberschenkel. Sie begannen zu streiken.

 

Ich konnte und wollte nicht aufgeben, einfach langsam und gleich mäßig weiter laufen. Einen Fuß vor den anderen setzen, das war alles woran ich jetzt noch dachte. Manchmal ging es gut, zumehmend aber immer schlechter. Bei Kilometer 16 fuhr mir meine Begleitung davon, und ich war nur noch auf Platz 3. Es dauerte nicht mehr lange und ich war ganz alleine, weil mein Radfahrer die mich überholende jetzt 3. Platziert weiter begleiten musste. Der Moment war hart, doch es kam noch schlimmer. Bis hier her machte ich genau das was ich mir vorgenommen hatt, endlich wieder mal einen Marathon durchlaufen. Doch dann kam der erste steher, gefolgt von einem wieder etwas längeren Laufabschnitt. Doch die Beine wollten nicht mehr mitspielen, warum auch immer, aber es ging immer weiter bergab und letztendlich bei Kilometer 24, sah ich mich nicht mal mehr in der Lage das Rennen gehenderweise zu beenden.

 

Ich setzte mich zur Seite und überlegt was ich tun sollte. Finishen um jeden Preis?? Aufgeben, schon wieder??

 

Nach einiger Zeit nahm ich den nächsten Kilometer zu Fuß noch einmal in Angriff, doch es war einfach zu hart für mich, zu Hart weil ich total kaputt war, und zu hart, weil ich echt lange um den Sieg mitgekämpft hatte. Doch es  war vorbei! Ende, aus der Traum. "Monika Stadlmann AUT die lange das Rennen mitbestimmt hatte, musst nach gröberen Problemen auf der Laufstrecke dieses letztendlich beenden"

 

So ist der Sport! Attersee war top und hier liefs einfach nicht wie es laufen kann, doch ich hatte meinen Spaß. Es klingt vielleicht komisch, aber die Eindrücke waren genial. Das Rennen war genial! Das erneute Duell mit einer so fairen Triathletin wie Heidi Sessner so überaus motivierend, die fairness aller anderen Athleten überwältigend, die Anerkennung der Veranstalter, Medien, Sprecher... mir gegenüber etwas das ich aus der Heimat schon lange nicht mehr kannte, und die Organisation des Bewerbes einfach ein Traum!

 

Regensburg scheint nicht mein Pflaster zu sein, doch es ist genau mein Rennen! So macht Triathlon Spaß, so habe ich es kennen gelernt und jedem der dort auf ehrliche Art und Weise sein Rennen beendet hat, kann ich nur recht herrzlich gratulieren, den so einen Ironman zu finishen ist eine wahre Leistung!!!

 

Ich werde versuchen mich so schnell wie möglich zu erholen und meine Stärken für die restliche Saison auf diversen Halbdistanzen ausspielen, denn die hab ich und so leicht lasse ich mich auf keinen Fall unter kriegen! :-)

c: Haibel Carolin
c: Haibel Carolin