Inferno Triathlon - Schweiz

3.1 Kilometer Schwimmen - 97 Kilometer auf dem Rennrad- 30 Kilometer auf dem Bike und 25 Kilometer zu Fuß den Berg hinauf, gespickt mit insgesamt 5500 Höhenmetern, das war der Inferno Triathlon in der Schweiz, und ich war dabei!

In diesem Jahr stand bei mir keine klassische Langdistanz auf dem Rennkalender! Schon vor langem hatte ich vom Inferno Triathlon in der Schweiz gehört und in diesem Jahr wollte ich dieses Abenteuer endlich selber in Angriff nehmen.

Gemeinsam mit meinen Vereinskollegen Daniel und Andi machte ich mich letzte Woche auf in die Schweiz nach Lauterbrunnen am Fuße der 4000er Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Landschaft versprach uns bereits im Voraus ein absolut tolles Abenteuer, und so sollte es auch werden. Die Wettervorhersagen für den Renntag waren perfekt.

Am Donnerstag machten wir uns auf mit dem Bike einen Teil der Rennstrecke zu besichtigen. Wir fuhren von unserem Quartieraus nach Wengen und über Teile der Lauberhornabfahrt hoch auf die kleine Scheidegg, dem höchsten Punkt der MTB - Strecke. Die Aussicht dort oben war atemberaubend schön. Bereits mit dieser Ausfahrt hatte sich für mich die Fahrt in die Schweiz mehr als gelohnt.

Der Freitag war etwas anstrengend, denn durch die sehr weit auseinander liegenden Wechselzonen, welche teilweise nicht einmal mit dem Auto erreichbar waren, nahm das einchecken mehr als den halben Tag in Anspruch.

 

Am Samstag hieß es dann früh aufstehen, da wir mit dem Bus zuerst noch 50 Minuten zum Start an den Thunersee fahren mussten und bereits um 6.30 der Start erfolgte. Es klappte alles problemlos und wir konnten uns ganz entspannt auf einen tollen Tag freuen!

Beim Schwimmstart war es noch etwas dämmrig, doch auf Grund der Tatsache, dass wir nur von A nach B schwimmen mussten und ich von Beginn weg eine sehr gute Gruppe fand, war es nicht besonders schwer eine gerade Linie zu schwimmen. Ich fühlte mich wohl und hatte nie das Gefühl kämpfen zu müssen. Nach knapp 47 Minuten stieg ich als zweite Einzelstarterin aus dem Wasser.

Der folgende Wechsel war neu für mich, dauerte er doch ewig. Ich zog mich zum ersten Mal in einem Triathlon komplett um. Ich hatte etwas Sorgen, dass es auf den Pässen sonst zu kalt werden würde, was sich im Laufe des Tages allerdings als genau das Gegenteil heraus stellte.

 

Die ersten 4 Kilometer der Radstrecke waren flach, danach ging es gleich die ersen 600 Höhenmeter einen Berg rauf. Der Blick auf den unter uns liegenden See war wunderschön. Ich versuchte möglichst locker zu fahren um meine Kräfte für die noch kommenden Höhenmeter zu sparen. Ich wurde von sehr vielen Athleten überholt, doch ich behielt meint Tempo bei. Nach ca. 60km folgte der zweite Anstieg auf die große Scheidegg! Die Anstiege waren lange und hart, doch der Ausblick auf die umgebende Bergwelt machte die Auffahrt zu einem wahren Genuss. Der nächste Genuss kam dann mit der Abfahrt. Eine Kurvenreiche Straße bis fast hinunter zur Wechselzone in Grindelwald.

Vom Rennrad aufs Bike. Das war ein ganz neues Gefühl. Leider war die Auffahrt technisch sehr einfach und so konnte ich meine Stärke vorerst nicht ausspielen. Erst im oberen Teil, wo die Steilheit und der Untergrund viele Athleten zum Schieben zwang, konnte ich mir einen kleinen Vorsprung bis zum höchsten Punkt, der kleinen Scheidegg heraus arbeiten um so ganz alleine in die Abfahrt zu gehen. Auch diese war bis auf ein kurzes Stück technisch nicht sehr schwer. Trotzdem gelang es mir eine vor mir leigende Athletin zu überholen und so auf Platz 5 liegend in die Wechselzone zu fahren.

 

Jetzt folgten noch 25 Kilomter laufen, gespickt mit 2200 Metern den Berg hinauf. Die ersten 4 Kilometer in der Ebene gingen richtig gut und bis Kilometer 11 lief ich auch die Anstiege durch, aber von dort weg begann es dann hart zu werden. Bei Kilomter 15 konnten wir noch einmal Eigenverpfelgung aufnehmen bevor es dann endgültig ins Hochgebirge ging. Ständig fragte ich mich wie es möglich ist, dass es noch 10 Kilomter bis zum Gipfel waren, doch als ich ihn zum ersten Mal sah, war mir alles klar.

Der Anstieg wurde immer steiler und Laufen war nur mehr sehr selten möglich. Doch irgendwie machte das Ganze trotzdem richtig Spaß. Auf dem letzen Kilomter hatte ich zwar das Gefühl nicht mehr weiter zu kommen, da sich schon seit längerem immer wieder Krämpfe meldeten und der Berg einfach nicht enden wollte, doch nach 11 Stunden und 5 Minuten war ich dann endlich oben!

 

2970m, das Schilthorn war bezwungen. Der Lohn, eine traumhafte Aussicht auf die gegenüberliegenden 4000er Eiger, Mönch und Jungfrau!

 

Bergab duften wir netterweise mit der Gondel fahren! Bei der Siegerehrung in Mürren ging der Tag mit einem 8. Platz und herrlicher Abendstimmung zu Ende.